Geschichtswerkstatt Duderstadt
Für ein Friedensdenkmal
Die Geschichtswerkstatt Duderstadt hat beim Landkreis Göttingen die Erlaubnis beantragt, bei dem Denkmal des Gymnasiums in der Christian-Blank-Straße einen Gedenkstein aufzustellen, der zum Frieden mahnt. Anlass ist der bevorstehende 65. Jahrestag des Kriegsendes in Europa am 8. Mai 1945 sowie der kriegsverherrlichende Charakter des bestehenden Denkmals.

An die Opfer von Kriegen, auch an die ums Leben gekommenen Soldaten zu erinnern, hält der Verein Geschichtswerkstatt grundsätzlich für angemessen. Es komme aber entscheidend darauf an, in welcher Weise das geschehe. Das Denkmal zur Erinnerung an die in zwei Weltkriegen des letzten Jahrhunderts getöteten Lehrer und Schüler des Duderstädter Gymnasiums, das vor der Astrid-Lindgren-Schule steht, bezeichnet der Verein Geschichtswerkstatt als im demokratischen Staat und vor einer Schule in höchstem Maße anstößig.
Die Aussage, es sei süß und ehrenvoll gewesen, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg für das Vaterland zu sterben, und die Mahnung „Den Lebenden zum Vorbild“ seien zutiefst unwahrhaftig und vermittelten ein falsches Geschichts- und Weltbild. Es sei nicht süß, im Krieg umgebracht zu werden. Auch könne das Kämpfen und Sterben für machtgierige und verbrecherische Kriegsziele nicht ehrenvoll und vorbildlich genannt werden, selbst wenn sich die Getöteten darüber im Irrtum befunden und in gutem Glauben gehandelt hätten. Aus einem militaristischen und revanchistischen Geist heraus geschaffen, missbrauche das Denkmal das schlimme Schicksal der Toten für seine politischen Zwecke, die sich in den Inschriften ausdrückten.
Die Geschichtswerkstatt Duderstadt weist darauf hin, dass der Landkreis Göttingen – nämlich der Kreisrat Wucherpfennig – ihr gegenüber 2006 schriftlich anerkannt hat, es sei sinnvoll, hier Abhilfe zu schaffen. Doch geschehen sei nichts. Deswegen will nun die Geschichtswerkstatt selbst mit Hilfe von Spenden „dem Denkmal des Militarismus ein deutliches Zeichen entgegensetzen, das mit dessen verhängnisvoller Denkweise bricht und den Friedenswillen hervorhebt“. Der Geschichtsverein hofft, das Friedensdenkmal im November 2010 errichten zu können.
